Montag, 9. September 2013

Heyo

Heyo, spannt den Esel an!
Seht, der Wind treibt Regen übers Land!
Alle werden nahass, alle werden nahahahass,
heyo, spannt den Esel an!
(im Kanon zu singen)

Und wirklich, kaum hatten wir den Esel "angespannt" - wohlgefrühstückt, er und wir - fing es an zu nieseln.
Dann hat es geregnet.
Elias blieb unter jedem Baum stehen und wollte naschen: Eicheln, Äpfel, Birnen...
Leider hatte er nichts gesagt als wir, statt wie geplant geradeaus in den Wald zu gehen, rechts abbogen und (noch) fröhlich pfeifend der Landstraße folgten. Als klar wurde, dass wir zurück müssten, sank die Laune kurzzeitig in den Keller. Eine Stunde hat es uns ungefähr gekostet, sicher vier Kilometer... (gefühlt mehr!!!)
Dafür war der Weg durch den Wald sehr idyllisch und dank der langen Gräser waren die Hosenbeine auch bald nass. Kurz nach eins habe ich die Hufe in den Boden gestemmt und trotzig den Kopf gesenkt. Das hatte ich von Elias gelernt. Der wiederum fand den Rastplatz am Hochsitz sehr befremdlich. Wer macht denn auch mitten im Wald gleich am Weg Pause!?
Die Rast blieb kurz, denn es regnete noch immer, schnell wurde uns nicht nur ungemütlich sondern auch kalt.
Immerhin hörte bald darauf das Kopfsteinpflaster auf, der Sandweg war deutlich angenehmer zu laufen (wenn auch weniger "malerisch")...
Schon kurz nach zwei forderte Elias eine "richtige" Pause. Immerhin gabs dort eine etwas windgeschützte Nische, bildhauerisch gestaltet mit den typischen großen Findlingen.  Nach vierzig Minuten waren wir alle satt (und etwas verfroren),  und konnten weiter. Elias versuchte zwar nach wie vor an jedem Obstbaum stehen zu bleiben, und rupfte im Vorbeigehen herrlichste Disteln, aber der Regen hatte aufgehört, und solange wir in Bewegung blieben, war uns auch warm.
Dann kam der erste Wanderunterstand, und der erste Sonnenstrahl. Jetzt, wo wir kein Dach mehr brauchten, häuften sich die Wanderhütten - sogar ein Biergarten! - und alle waren Elias offenbar wohlbekannt. Er wollte rasten. Wir wollten ans Ziel und aus den nassen Kleidern...
Als das Ortsschild unseren Zielort in 2km ankündigte, waren wir aber doch ziemlich überrascht-wir waren unerwartet früh dran. (ETA war uns zwischen 17-18:00 Uhr empfohlen worden.) Also haben wir doch noch einmal abgesattelt und den köstlichen Pflaumenkuchen verzehrt.
Das Quartier erwies sich als urig und sehr heimelig. Nach einer heissen Dusche sah das Leben schon wieder viel besser aus. Zum Abendessen gab es Pellkartoffeln und herrlich-zwiebeligen Kräuterquark, dazu Besuch von einer Tante aus Berlin. Und natürlich schien die herbstliche Abendsonne, als wüsste sie gar nicht, wie eine Regenwolke aussieht!
Morgen solls weniger regnen...

Tagesleistung: 12,7 km (+Umweg=ca. 16 km. Mindestens!)

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