Samstag, 22. März 2014

Das Lied vom Fachkräftemangel - Symphony of Science

Da zerbrechen sich die Damen und Herren wer-auch-immer den Kopf, weil angeblich Fachkräfte fehlen, aber wen genau sie damit meinen, das sagen sie nicht.
Altenpfleger_innen werden sicherlich gesucht. Bei Akademiker_innen ist es schon nicht mehr ganz so einfach - man will Ingenieur_innen. Informatiker_innen. Naturwissenschaftler_innen. Kurzum, die MINT-Fächer, und da - angeblich - gerne auch Frauen.

(Im Moment zweifle ich das noch ein bißchen an, weil die MINT-Branche immer noch so ein selbstverstärkendes Ökoystem ist: Es ist ein männerdominiertes Feld, das ist für Frauen nicht attraktiv, sodass es männerdominiert bleibt... Und bisher herrscht auch keine rechte Willkommenskultur (für niemanden, Geschlecht egal), weil man sich so sozialdarwinistisch gibt. Oder sollte ich sagen: mathematik-darwinistisch? Jedenfalls: die paar armen Gestalten, die gerne ein MINT-Fach studieren möchten, werden in den ersten Semestern so stark ausgesiebt und so wenig unterstützt, dass ein bis zwei Drittel das Studienfach abbrechen oder wechseln. Und darauf sind sie dann auch noch stolz, weil ja nur "die Besten" übrigbleiben. Also, wenn wir wirklich einen MINT-Nachwuchsmangel hätten, dann könnte man sich ein solches Vorgehen eigentlich nicht leisten.
Nein, ich meine nicht, dass man die Ansprüche senken sollte. Aber man kann die Studiensituation verbessern. Wenn ich Kindern das Schwimmen beibringe, dann schmeiße ich sie auch nicht (mehr) ins tiefe Wasser und verleihe allen, die nach 30 Minuten nicht ertrunken sind, das "Seepferdchen". Vielmehr hole ich mir ausreichend qualifizierte Schwimmlehrer und starte mit Schwimmflügeln und einfachen Übungen im flachen Wasser. An den Anforderungen für die "Seepferdchen"-Prüfung ändert das nichts - aber die Wahrscheinlichkeit, dass die jungen Schwimmschüler_innen a) überleben b) weiter Spaß am Schwimmen haben c) den Freischwimmer machen möchten -- die steigt.Auf dem Weg zu olympischem Gold/dem Physik-Nobelpreis dünnt sich das Feld dann ganz von alleine aus. Aber mit echten Nobelpreisträger_innen kann "die Wirtschaft" wahrscheinlich ohnehin nicht viel anfangen - dort reichen meist kompetente "Schwimmer_innen" aus.)

Und wie begeistert man die Menschen für die Großen Naturwissenschaftlichen Fragen?
Mit Musik und Sprechgesang!


Wenn Du einen Apfelkuchen backen willst, musst du erst das Universum erfinden!
http://symphonyofscience.com

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