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Sonntag, 15. September 2013

Lieber Björn,

Lieber Björn,
dass Karin Dich in die Wüste schickt, kann ich verstehen.
Dass die Wüste in Wirklichkeit die schöne Uckermark ist, ist eine unverdiente Strafmilderung.
Worin nun genau Dein Läuterungsprozess vom selbstgefälligen Arschloch zum selbstgefälligen Eselwanderer besteht, oder was ihn ausgelöst hat, oder warum Deine Frau Dich plötzlich wieder leiden kann, bleibt hingegen ein Rätsel.
Naja-Charakterzeichnung auf dem Niveau einer RTL-Schmonzette. In der zu erwartenden Verfilmung kann ein Schauspieler vielleicht noch etwas retten - kommt aufs Casting an. (Das Hörbuch hat Bastian Pastewka eingelesen.) Die Uckermarkaufnahmen würden vieles wieder gut machen.
Aber der Eseltour gibst du nen schlechten Namen. Gut, dass unsere Reise schon vorbei ist und von deinem grottenschlechten Geschreibsel samt mangelhafter Charakterzeichnung, grottiger Handlungssprünge, gewollt-absurder Personen und fehlerhafter Eseltourschilderung nicht mehr beeinflusst werden kann... WIR haben hier jedenfalls tolle Menschen getroffen!
Mach doch was du willst-aber mach es ohne mich!
Bleistifterin
PS: Und was willste jetzt mit dem Esel?!?
 Michael Gantenberg: Urlaub mit Esel, Scherz Verlag 2011

Mittwoch, 14. August 2013

Liebe Polgara...

Liebe Polgara,
einer muss es Dir wohl mal sagen:
Einen Bart kann man nicht "maniküren". Man kann ihn pflegen, stutzen, kämmen, trimmen, wahrscheinlich auch färben oder flechten oder was-auch-immer, aber die Maniküre bleibt den Händen vorbehalten. So wie die Pediküre nur für Füße gilt.


Es tut mir ja auch leid.
Allerdings passt dieser sorglose Umgang mit Sprache zu Deinem genauso sorglosen Umgang mit Handlung. Mannmannmann, wenn ich als Anti-Diskriminierungsbeauftragte in Deiner Welt unterwegs wäre, hätte ich aber ordentlich zu tun! Andererseits, dies ist ja ein Buch, noch dazu Fantasy, und natürlich ist es für Deine Autoren viel einfacher, mit Stereotypen zu arbeiten als mit wirklichen Menschen. Mit Deinem Vater Belgarath haben sie es ja auch nicht besser gemacht.
(Belgarath, das gilt auch für Dich: "archaisch" kann Sprache nur werden , wenn sie sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat. Wenn eines Deiner Völker in der Frühzeit/ immer noch so spricht, dann ist das einfach nur Dialekt. Oder von mir aus eine Fremdsprache. Zumal kulturelle Weiterentwicklung ist bei Euch offenbar nicht vorgesehen ist (außer, wenn Ihr Turmbewohner dazwischenfunkt).)

Eure Geschichte ist trotzdem lustig genug, dass sie einem als Hörbuch gut die Zeit vertreiben kann. Die Sprecher sind ok, und man muss sich nicht einmal sonderlich konzentrieren, denn wenn man mal etwas Handlung verpasst, kommt man sofort wieder rein - schließlich ist sie so vorhersagbar wie ihre Figuren. Ein Einsteiger-Fantasy-Sword-and-Sorcerer-Roman für Jugendliche, denen die Feinheiten von Sprache und Plotentwicklung egal sind und für die die Art der Geschichte noch neu ist.

Aber hättet Ihr Euch in der Hörbuchproduktion nicht ein bisschen absprechen können? Wie heißt den dieses Land nun: Mallor'ia oder Mall'oria? Oder die Zwillinge: Belkiira oder Belkeira/Beltiira oder Belteira? Ich mein, Ihr wohnt jetzt schon mehrere tausend Jahre zusammen, da gibt es doch sicherlich Gewohnheiten?

Naja.
Ich sag's ja nur.
Gehab Dich wohl!
Deine Bleistifterin
 
















David and Leigh Eddings: Polgara the Sorceress, Del Rey Books 1997
Hörbuchversion: Audible Frontiers 2010, gelesen von Dina Pearlman, ungekürzt (30 h 51 min)

David and Leigh Eddings: Belgarath the Sorcerer, Del Rey Books 1995
Hörbuchversion: Audible Frontiers 2010, gelesen von J. P. Linton, ungekürzt (29 h 28 min)