Montag, 16. September 2013

Eselei. Das Letzte.


Fußgängerroute mit dem Ziel Gut Suckow, Suckow, Flieth-Stegelitz auf einer größeren Karte anzeigen

Sieben Tage Eselwanderung. So ging das.

Sonntag, 15. September 2013

Lieber Björn,

Lieber Björn,
dass Karin Dich in die Wüste schickt, kann ich verstehen.
Dass die Wüste in Wirklichkeit die schöne Uckermark ist, ist eine unverdiente Strafmilderung.
Worin nun genau Dein Läuterungsprozess vom selbstgefälligen Arschloch zum selbstgefälligen Eselwanderer besteht, oder was ihn ausgelöst hat, oder warum Deine Frau Dich plötzlich wieder leiden kann, bleibt hingegen ein Rätsel.
Naja-Charakterzeichnung auf dem Niveau einer RTL-Schmonzette. In der zu erwartenden Verfilmung kann ein Schauspieler vielleicht noch etwas retten - kommt aufs Casting an. (Das Hörbuch hat Bastian Pastewka eingelesen.) Die Uckermarkaufnahmen würden vieles wieder gut machen.
Aber der Eseltour gibst du nen schlechten Namen. Gut, dass unsere Reise schon vorbei ist und von deinem grottenschlechten Geschreibsel samt mangelhafter Charakterzeichnung, grottiger Handlungssprünge, gewollt-absurder Personen und fehlerhafter Eseltourschilderung nicht mehr beeinflusst werden kann... WIR haben hier jedenfalls tolle Menschen getroffen!
Mach doch was du willst-aber mach es ohne mich!
Bleistifterin
PS: Und was willste jetzt mit dem Esel?!?
 Michael Gantenberg: Urlaub mit Esel, Scherz Verlag 2011

Samstag, 14. September 2013

Lob der Ausrüstung

War das schön, heute mit dem Auto nach Chorin zu fahren!
Das Kloster ist wirklich traumhaft, vor allem natürlich bei diesem Kaiserwetter. Hat sicherlich auch das obligatorische Brautpaar gedacht...

Noch schöner ist es, geduscht und ohne Wanderkleidung unterwegs zu sein.
Für mich als Wander- Novizin hat sich meine Ausrüstung allerdings erstaunlich gut bewährt.
Unverzichtbar waren die neuen Wanderstiefel. Ich wäre sonst auf den typischen "Knüppeldämmen" (Feldsteinpflasterwege) nicht sehr weit gekommen. 
Spezielle Funktionssocken waren allerdings nicht erforderlich, nicht einmal selbstgestrickte... Ansonsten hatte ich eine alte Stoffhose ("Chino") als Wanderhose auserkoren: leicht, trocknet schnell(er als Jeans), darf kaputt gehen. Ging auch kaputt, aber die Alternative (= eine neue "Trekkinghose") wäre für unser Pensum nicht unbedingt nötig gewesen. Wer weiß, ob man sie jemals wieder benötigt?!? Die Hose ist jetzt kaputt, aber das war fast eingeplant.
Ansonsten hatte ich normale Baumwollpoloshirts und einen ebenfalls kaputten, an den Ellbogen bereits durchgewetzten Kaschmirpullover dabei.
Letztere erwies sich als Top-Wanderutensil und zeigt die grenzenlose Überlegenheit von Wolle in fast allen Situationen. (Man vergleiche die regelmäßigen Lobgesänge auf Wollkleidung als Top-Wandertextil bei Kate Davies auf ihrer gleichnamigen website...) Bei schönem Spätsommerwetter schützt er vor der Abendfrische, aber erst bei usseligem Regenwetter spielt er alle Stärken voll aus: direkt auf der Haut getragen transportiert er Feuchtigkeit weg vom Körper und wärmt noch im nassen Zustand. Das darüber getragene T-Shirt blieb hingegen nass und klamm.
Im Regen zeigte sich auch der bisher nur behauptete Qualitätsvorsprung einer echten Outdoor-Regenjacke (mit Wolfstatze) gegenüber dem billigen Vergleichsprodukt mit Werbeaufdruck. Fazit: Die Investition in Qualitätsprodukukte (vor gut einer Dekade getroffen) hat sich gelohnt...
Allerdings kam die Vergleichsgruppe mit Shorts/Turnschuhen/Poloshirt (gutes Wetter) bzw. Jeans/Bundeswehrstiefel/Hemd&Pullover (schlechtes Wetter) ebenso zufrieden ans Ziel. (Aber meine Regenjacke fand ER doch besser...)
Insofern: für einmalige Aktionen bei Bedarf in festes Schuhwerk investieren. Der Rest ist optional und lohnt erst bei regelmäßigeren Ausflügen.

PS: Blasenpflaster kamen gar nicht zum Einsatz, "Pferdesalbe" hingegen schon.

Zu Hause!

I-Ah, i-ah,
hörst du uns schreien?
i-ah, i-ah,
wir woll'n dich befreien.
Folgst du uns raus in die Wälder,
wandern wir über die Felder.
I-ah, komm mein kleiner Esel,
i-ah, wir wandern bis nach Wesel!

Zum Glück mussten wir nicht nach Wesel, sondern haben heute unsere Rundtour wieder in Suckow beendet. Zwischendrin war die Aussicht auf das "Eseltaxi" sehr verlockend erschienen, aber dann hat sich mein uckermärkisches Gen gemeldet: Elias ist nicht der einzige Sturkopf hier!
Leider gabs auf dem letzten Drittel der Strecke sehr viel Autoverkehr-Freitagnachmittag ist auch auf dem Lande Stoßverkehr- das war etwas mühsam. Zumal die Einheimischen wie alle Einheimischen überall auch mit viel Routine und Schwung um die dicht bewachsenen Kurven brausen.
Überhaupt, Autofahrer- mit vielen haben wir ja nicht die Strecke geteilt, aber als wir heute eine Autobahn überquerten, wurden wir oben auf der Brücke natürlich gesehen. Elias fand das alles spannend, und ich war mal wieder froh, dass Esel keine Fluchttiere sind wie Pferde. Dennoch erstaunlich, wie viele Menschen auf die Idee kommen, den Verkehrsteilnehmer "Tier" per Hupe zu grüssen...
Die letzten zwei Kilometer zogen sich wie Kaugummi. ER lobte und ermunterte uns fortwährend, Elias versuchte schnell noch ein paar Leckerbissen am Wegrand abzurupfen, und mir taten so dermaßen die Füße weh... und die Hose inzwischen an beiden Beinen zerrissen... und das Loch im Pulloverärmel... und alles voller Mückenstiche...
Aber wir hatten es geschafft!
Elias ist wieder auf seiner Weide mit seiner Herde, und wir haben ihn nicht kaputt gemacht.

Zur Belohnung haben wir noch ein Wochenende in einer hübschen Ferienwohnung ganz für uns allein!
Und als hätte man geahnt, wie nötig wir es haben würden, wurden wir "upgegradet" in eine Wohnung mit Sauna!
Endlich Füße hoch...

Freitag, 13. September 2013

Letzter Wandertag

Heute ist schon wieder Freitag und somit der letzte Wandertag. Wie schnell die Zeit vergeht...
Zugleich ist heute die längste Strecke der Tour, mit fast 19 km. Deshalb gibt es wohl auch die Option eines Shuttle-Dienstes, der uns und Elias auf Anfrage mindestens einen Teil der Strecke fahren würde.
Wir aber haben uns tapfer zu einem vergleichsweise frühen Start entschlossen, um entsprechend mehr Pausen machen zu können. Um halb zehn ging's los, jetzt, gegen eins, haben wir schon die zweite Rast hinter uns und ein gutes Drittel der Strecke. Vor uns liegen grüne Feldwege, die Sonne strahlt vom Himmel-auf geht's!

Donnerstag, 12. September 2013

Wanderlieder für Esel



Wer Esel als Wanderkumpane nur aus dem Trickfilm "Shrek" kennt, könnte einen ganz falschen Eindruck erhalten. Dort redet Esel ununterbrochen und geht Shrek mit seinem Gesabbel auf den Geist.

Ganz anders Elias: WIR müssen ununterbrochen auf IHN einreden. Mit Lockrufen (Komm, Elias, komm) über Lob (Guuuter Esel, brav), strenge Verbote ( Nein, Elias, du hattest genug Äpfel) oder, sehr selten, ein verzweifeltes "Stop! Elias!!! Halt an!" sprechen wir ihn an.
Läuft er brav mit, führen wir, wie zerstrittene Eheleute, alle Gespräche über ihn: " Na, Elias, meinste das Wetter hält?" sage ich dann, und ER antwortet: "Nö, das regnet nicht, Elias, was?", und "Was meinst Du, Elias, sollen wir bald mal Pause machen oder kannst du noch?" sind Beispiele für Sätze, die wir nur zum Schein an den Esel richten. Manchmal brabbeln wir auch nur irgendwas vor uns hin, kommentieren Landschaft, Wetter und Kühe--oder wir singen ihm was vor. Was ein echter Stadtmusikant werden will... zum Glück singt er nicht mit. Seine Singstimme ist eher ungeschult... Kurzum, es vergehen keine fünf Minuten ohne das irgendjemand irgendetwas sagt. Die Stille Natur Genießen geht wahrscheinlich anders, was, Elias?
 Elias hingegen ist die Ruhe selbst und zottelt stoisch hinter uns her. Er mag es nicht, wenn alle vor ihm gehen, gar nebeneinander!, aber wenn einer vorne und einer hinter ihm geht, ist er ganz zufrieden.
Jetzt steht er auf der Koppel unter einem Apfelbaum und kaut. Mal wieder. Dabei gab es heute DREI lange Pausen, nich' Elias?   Oft sogar bevor Du dazu auffordern musstest, jaja Elias, guter Esel, brav! Zuletzt musstest du sogar energisch zum Aufbruch drängen, was, Elias, da hast du an deiner Decke geknabbert, jajaja, brav, wir gehen ja schon.

Aber jetzt sind wir da, ein Bier in der Hand, die Füsse in leichten Schuhen.
Feierabend!
Und morgen ist schon der letzte Wandertag!

In freier Wildbahn

Das bißchen Wandern
ist doch kein Problem
sagt mein Mann
das bißchen Wandern
schaffst du ganz bequem
sagt mein Mann
doch wenn Elias eine Distel fressen will-
geht`s nicht weiter!
sag ich dann.

Oder auch, wie jetzt grad: Maiskolben. Aber nur wenn grad kein Obstbaum in der Nähe ist.
Es bleibt übrigens offen, wer rotbackiger ist: die Äpfelchen am Wegesrand oder wir... Die viele frische Luft geht jedenfalls nicht spurlos an uns vorüber, das (inzwischen wieder) herrliche Wetter tut sein übriges.
Da bin sogar ich Stubenhockerin (c) TM gerne an der frischen Luft...
Zudem sind die Tiere hier - Schmetterlinge, Schnecken, Ameisen, Vögel, Spuren von Wild - alle lebendig... Anders als in der gestrigen Pension...